UHR: Solar Geoengineering – kann es dem Klimawandel entgegenwirken?

Wissenschaftler sind sich uneinig, ob sie mehr an wissenschaftlichen Methoden forschen müssen, mit denen die Erde abgekühlt und die globale Erwärmung bekämpft werden kann.

Es besteht kein Zweifel, dass Menschen den Planeten künstlich kühlen können, sagt David Keith, Harvard-Professor, der erforscht, wie man die Sonneneinstrahlung in der Atmosphäre verändert, gegenüber der DW.





Bisher haben Wissenschaftler und Forscher drei mögliche Wege identifiziert, um die Temperaturen zu senken: Sonneneinstrahlung, Schaumbildung in den Ozeanen und weißes Anstreichen des Daches.

Die Sonne wirft ständig Sonnenstrahlung auf die Erde. Ein Teil der Wärme wird von Wolken und der Erdoberfläche reflektiert, während ein anderer Teil zurückgehalten wird. Hinzu kommt, dass der vom Menschen verursachte Ausstoß von Treibhausgasen die Hitze verstärkt, was zu einer globalen Erwärmung führt.



Eine Möglichkeit, mit diesem Phänomen umzugehen, wird Solar Geoengineering genannt. Mit dieser Technik können winzige Partikel, sogenannte Aerosole, in die Stratosphäre injiziert werden. Gemischt mit Wassertröpfchen können diese Aerosole dann das Sonnenlicht etwa ein bis drei Jahre lang reflektieren.

Es gibt Beweise aus praktisch jedem einzelnen Klimamodell, die zeigen, dass man viele der wichtigsten Klimagefahren reduzieren kann, wenn man eine ziemlich gleichmäßige Nord-Süd-, Ost-West-Verteilung von [Aerosolen] vornimmt, fügte Keith hinzu.

Aber um den Planeten dauerhaft zu kühlen, müssen über Jahrzehnte Aerosole in die Atmosphäre injiziert werden und können schätzungsweise 18 Milliarden Dollar kosten, um die Temperatur auch nur um ein Grad zu senken.

Dann besteht die Gefahr, dass diese Technik Wassermuster verändern kann. Einige Studien deuten darauf hin, dass es zu saurem Regen führen könnte. Andere warnen vor Schäden an der Ozonschicht. Einige Studien besagen, dass dies zu weniger Regen in Indien und Afrika führen könnte.

Film der Revolution unserer Zeit

Es besteht die Befürchtung, dass der Einsatz von Solarstrahlungsmanagement Niederschlags- und Wolkenbildungsmuster verändern könnte, Barbara Unmüßig, Ko-Präsidentin der Heinrich-Böll-Stiftung der Grünen. Unserer Meinung nach bestehen Risiken, die nicht kalkulierbar sind.

Glücklicherweise gibt es andere Möglichkeiten, den Planeten kühler zu machen.

Dunkelblaue Oberflächen der Ozeane absorbieren Sonnenlicht, hellere Oberflächen reflektieren Strahlung. Wissenschaftler schlagen vor, dem Ozean Blasen hinzuzufügen, um mehr Sonnenlicht zu reflektieren.

Die Idee von Mikrobläschen im Ozean besteht darin, einen Schaum herzustellen, der einen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung reflektiert und an strategischen Orten absetzt, sagte Dr. Corey Gabriel, Klimawissenschaftler an der University of California in San Diego.

Wissenschaftler haben vorgeschlagen, Spezialschiffe zu verwenden, um Schaum im Ozean aufzuwirbeln. Das Problem ist jedoch, dass Blasen nach wenigen Sekunden platzen und um die Sonne zu reflektieren, tagelang auf der Meeresoberfläche bleiben müssten.

Aamir Khan und Shahrukh Khan

Ein Vorschlag besteht darin, Chemikalien zu verwenden, um Blasen zu erzeugen, aber das könnte sich auf das Meeresleben auswirken. Es könnte auch die Wettermuster verändern. Deshalb gilt die dritte Möglichkeit der Temperatursenkung als sicherste und günstigste Methode: Häuser und Dächer einfach weiß streichen, um die Strahlung zu reflektieren.

Die lokalen Temperaturen könnten um etwa ein Grad oder weniger gesenkt werden, sagte Professorin Sonia Seneviratne.

Dies könnte auch dazu führen, dass weniger Klimaanlagen benötigt werden. Die Vorteile würden dem Ausgleich der Emissionen von rund 700 mittelgroßen Kohlekraftwerken entsprechen. Aber auch hier gibt es einen Haken: Der Ansatz funktioniert nur lokal und hat keinen Einfluss auf das globale Klima.

Auch wenn Wissenschaftler neue Methoden zur Abkühlung der Erde erforschen, nehmen diese Methoden Staaten und Unternehmen nicht die Verantwortung, die globalen Emissionen schnell zu reduzieren.


— Miniaturbild: Reuters/Michaela Rehle

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