Italien fordert Pakistan auf, die Eltern des vermissten Teenagers auszuliefern

Polizisten, die Gesichtsschutzmasken tragen, überprüfen Dokumente des COVID-19-Ausbruchs der Fahrer in Ostia bei Rom, Italien, 13. April 2020. — Reuters-Datei

Polizisten, die Gesichtsschutzmasken tragen, überprüfen Dokumente des COVID-19-Ausbruchs der Fahrer in Ostia bei Rom, Italien, 13. April 2020. — Reuters-Datei

  • Die Ankündigung kommt nach der Nachricht von der Verhaftung von Samans Onkel in Paris.
  • Der Fall löste in Italien Empörung aus und wurde seit Beginn der Ermittlungen im Mai zu den Top-Nachrichten.
  • Saman, ein Bewohner der norditalienischen Stadt Novellara, weigerte sich, einen Cousin in Pakistan zu heiraten.

ROM: Italien hat Pakistan aufgefordert, die Eltern eines 18-jährigen Mädchens auszuliefern, das im Verdacht steht, von seiner Familie ermordet worden zu sein, nachdem es eine arrangierte Ehe abgelehnt hatte.



Die Ankündigung erfolgte, nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass der Onkel des 18-jährigen Saman Abbas in Paris festgenommen worden war. Er wurde zusammen mit ihren Eltern und zwei ihrer Cousins ​​des Mordes angeklagt.

Der Fall hat in Italien Empörung ausgelöst und ist zu den Schlagzeilen geworden, seit die Polizei im Mai mit den Ermittlungen zum Verschwinden des Teenagers begann. Ihre Leiche muss noch gefunden werden.

'Justizministerin Marta Cartabia... hat die beiden Auslieferungsersuchen für die Eltern von Saman Abbas, gegen die wegen Mordes an ihrer Tochter ermittelt wird, unterzeichnet und nach Pakistan geschickt', teilte das Justizministerium am Donnerstag mit.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch vor den Toren von Paris die Festnahme des Onkels des Teenagers mit europäischem Haftbefehl bekannt gegeben.

Saman Abbas, die im norditalienischen Novellara lebte, lehnte im vergangenen Jahr den Plan ihrer Familie ab, sie in ihrem Heimatland Pakistan mit einer Cousine zu heiraten.

Noch als Minderjährige wandte sie sich an soziale Dienste und wurde im November in ein Heim verlegt. Sie meldete auch ihre Eltern bei der Polizei, wurde aber am 11. April zu ihnen zurückgebracht.

Die Polizei begann am 5. Mai mit der Suche nach ihr, als Beamte ihr Haus besuchten und niemanden fanden.

Die Beamten stellten dann fest, dass die Eltern des Mädchens ohne sie nach Pakistan abgereist waren, und fanden Bilder von einer nahegelegenen Überwachungskamera, die sie das Schlimmste befürchten ließen.

Am späten 29. April konnte man sehen, wie fünf Personen mit Schaufeln, einem Brecheisen und einem Eimer das Haus verließen und nach etwa zweieinhalb Stunden zurückkehrten.

Ein in dem Fall angeklagter Cousin sitzt derzeit in Italien im Gefängnis.

Empfohlen